Oppo BDP-105 im Test
OPPOs neuer Blu-ray/Universal-Player bietet neben bombastischer Verarbeitung und den bisherigen Funktionsextras auch HDMI- und Digitalaudio-Eingänge und dient als AV-Prozessor und D/A-Wandler.

Seine Vorgänger dienten als OEM-Basis einer Vielzahl von High-End-Playern, und Hersteller von Cambridge u?ber Primare bis Ayre bauten um die Kerntechnik des amerikanisch-chinesischen Herstellers herum ihre Gehäuse, Analogtechnik und teils auch Netzteile. Die Player von OPPO Digital selbst konnte man in Europa nur u?ber spezielle Importeure beziehen. Doch seit letztem Jahr sind die Player in einer Europa-Variante auch u?ber lokale Vertriebe im Fachhandel erhältlich.
Die neuesten zwei Modelle nennen sich BDP-103 und BDP-105. Das kleine Modell kürte stereoplays Schwesterzeitschrift video gerade zur neuen Blu-ray-Referenz. Die stereoplay-Tester bestellten das neue Topmodell BDP-105.
Der große Bruder hat seinem kleinen Verwandten einige entscheidende Dinge voraus, obwohl er im Kern das gleiche Laufwerk und die gleiche Digitalelektronik verwendet. Er ist abermals robuster verarbeitet und seine Analogausgänge sind signifikant besser bestu?ckt, was bereits mit einem eigenen, riesigen Netzteil beginnt und mit symmetrischen Stereo-Ausgängen aufwendig endet.
Oppo BDP-105: Ausstattung
OPPO verwendet ein eigenes Laufwerk, dessen Lasereinheit mit drei ineinander verschachtelten Sub-Chassis von der Umwelt entkoppelt wird. Es liest sämtliche Standardmedien von der CD u?ber SACD, DVD-Video und -Audio bis zu 3D-Blu-ray - also alles, was silbern glänzt und ein Loch in der Mitte besitzt. Und das schnell: Mit geöffneter Lade gestartet, spielt eine Blu-ray schon nach zwölf Sekunden.
Doch der BDP-105 spielt nicht nur physische Medien. Sein integrierter Netzwerk-Player ist nicht minder universell einsetzbar als das Laufwerk. Er gibt Audiodaten in Stereo und Surround in allen gängigen Formaten von FLAC bis MP3 wieder - und das bis 192 Kilohertz. Er spielt aber auch alle gängigen Videos von angeschlossenen Festplatten oder dem lokalen Server, in HD und mit allen gängigen Codecs, Container-Formaten und Tonverfahren und sogar Untertitel. Ebenfalls in den OPPO integriert sind einige Clients fu?r globale Streaming-Services. Leider lassen sich die meisten dieser Angebote wie Netflix (noch) nicht in Deutschland nutzen; immerhin funktioniert YouTube - und das mit verblu?ffender Qualität, wenn der Film es hergibt.
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Eine angenehme Neuerung gegenu?ber den bisherigen OPPOs zeigt sich beim Spielen von Daten aus dem lokalen Netzwerk. Denn nun versteht der Player nicht nur, was ihm ein UPnP- oder DLNA-Server vorverdaut, sondern es reicht ein freigegebenes Laufwerk. Das ist ungeheuer praktisch.

Oppo BDP-105: Anschlüsse
Das ist dem bisherigen OPPO-Anwender alles noch vertraut. Nun aber kommt die neue "Input"-Taste auf der Fernbedienung ins Spiel. Und die bietet ein paar Überraschungen. So erfährt man dort, dass der Front-HDMI-Eingang auch MHL und damit Audio und Video von Smartphones und Tablets direkt verarbeitet. Auch lässt sich dort leicht ablesen, dass gar beide HDMI-Ausgänge u?ber einen Audio-Return-Channel (ARC) verfu?gen und damit quasi gegen die Einbahnstraße den Ton des angeschlossenen TVs empfangen können, den man dann entweder direkt im OPPO verarbeitet oder an den AV-Verstärker weiterkommuniziert.
Schließlich lassen sich der optische und der elektrische Digitalaudio- und der USB-2.0- Audio-Eingang auswählen. Letzterer funktioniert auch asynchon, und er verarbeitet Stereo bis 192 kHz. Fu?r Windows-Anwender bietet OPPO einen entsprechenden Treiber kostenlos zum Download an. Das funktionierte im Test einwandfrei.
Die externen Quellen werden auch als Bitstromsignale verarbeitet, entsprechend darf man auch DTS oder Dolby Digital anliefern. Selbst exotischere Formate wie DTS 96/24 decodiert der BDP-105. Dass er ru?ckseitig gleich zwei USB-Datenanschlu?ssse bietet, hat auch seinen Sinn, denn den einen belegt schnell eine Festplatte oder ein Datenstick und so bleibt der zweite fu?r den serienmäßig mitgelieferten USB-WLAN-Stick. Selbst ein Stativ mit Verlängerungskabel fu?r die WLAN-Bru?cke liegt in der edel gemachten Zubehörschatulle.
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Da fällt einem schnell ein Begriff aus der Automobilbranche ein: Vollausstattung. Das kann man auch fu?r die Analogsektion gelten lassen, denn hier fehlt nichts. Das beginnt mit einem separaten, analogen Netzteil: Alles Digitale und Mechanische versorgt ein aufwendig gemachtes Schaltnetzteil mit stattlichem, gekapselten Ringkerntrafo und grosszu?giger Siebung. Die Spannung verteilt sich dann auf zwei riesige Analogplatinen - fu?r Mehrkanal und Stereo getrennt. Auf beiden beginnt der Weg alles Elektrischen mit einer erneuten Spannungsstabilisierung und setzt sich mit der Digital/Analog-Wandlung fort. Die Wandlung u?bernehmen auf beiden Boards je zwei SABRE32 Reference ES9018 von ESS Technology. Auf dem Surround-Board liefert der Blu-ray-Player je vier Kanäle und auf dem Stereo-Board symmetrisch je einen Stereokanal. Der Wandlerchip u?bernimmt außerdem die sehr feinfu?hlige (abschaltbare) Lautstärkeregelung, mit welcher der Nutzer sogar direkt Aktivlautsprecher oder Endstufen ansteuern kann.
An die Stereosektion lässt sich auch ein Kopfhörer mit großer Klinkenbuchse anschließen. Und die Mehrkanalsektion ist wie bei einem guten AV-Verstärker fast beliebig fein im Bassmanagement, Timing etc. konfiguriebar. Treibt man es also auf die Spitze, benötigt man fu?r ein komplettes Heimkino nur den OPPO, einen TV und ein paar Aktivlautsprecher.

Oppo BDP-105: Hörtest
Im Hörraum bewies der BDP-105, dass er keine leeren Versprechen macht. Die Verarbeitung ist wuchtig und tadellos. Pfiffig: Das Markenlogo ist die Powertaste. Leise war er, das Laufwerk gut bedämpft und lu?fterlos passiv geku?hlt. Legt man eine CD oder einen Film ein, holt sich der OPPO u?ber das Internet die Titeldaten und Cover aus der Gracenote-Bibliothek. Toll, so genießt man mit konventionellen Medien den Komfort eines Streamers.
Wie bereits die Vorgänger lieferte auch der 105 eine saubere Vorstellung auf der digitalen Bild- und Tonseite ab. Das Bild fehlerfrei in Vollbilder gewandelt und skaliert wirkte wunderbar ruhig, feingliedrig und plastisch. Verblu?ffend, was er aus DVDs herausholt. Das gilt auch fu?r externe HDMI-Quellen, die die gleiche Signalbehandlung erfahren. Ein angeschlossener Dreambox-Sat-Receiver blu?hte im Bild dank der OPPO-Aufbereitung förmlich auf. Toll. Wer es irgendwann benötigt: Der OPPO skaliert auch bis auf die vierfache Full-HD-Auflösung Ultra HD.
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Auf der digitalen Audioseite bot er einen dynamischen und sehr greifbar realistischen Klang und große Spielfreude. Spannend wurde der Vergleich mit Musik vom Server u?ber den integrierten Streamer gegenu?ber USB-Audio. Der Streamer spielte ähnlich wie Scheibenmedien dynamisch und treibend mit schönem Taktgefu?hl. Der USB-Eingang mit dem JRiver Media-Player vom Windows-7-Laptop beschickt klang etwas dunkler und dennoch in den Höhen ein wenig feiner aufgelöst und geschmeidiger.
Dann pru?ften die Tester, ob sich der enorme Aufwand, den die Entwickler fu?r die analogen Ausgänge getrieben haben, klanglich manifestiert. Auch hier enttäuschte der OPPO nicht, im Gegenteil. Eine derart explosive Dynamik bei Klavieranschlägen oder Snare-Drums schon u?ber den Mehrkanalanschluss hatte niemand erwartet. Dem folgte stets ein sauberes, lange verfolgbares Abklingen mit entsprechend genauer Raumabbildung. Knackig, aber ohne Härte. Der Stereoanschluss klang einen Hauch entspannter und dennoch eine Spur feiner aufgelöst, die Separation einzelner Instrumente noch einen Tick fokussierter.
Für uns steht fest: Den Entwicklern ist mit dem BDP-105 ein ganz großer Wurf gelungen. Kein Universal-Player ist so universell einsetzbar. Und das Tolle: Er brilliert in allen seinen Disziplinen.
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